Hutzerbankerla gesegnet und eingeweiht

Im Rahmen eines LEADER-Projekts des Landkreises Neustadt an der Waldnaab konnten im Gemeindebereich Moosbach 32 Hutzabankerla angeschafft und aufgestellt werden. Sie laden zum Platznehmen, zum Gespräch und zum bewussten Miteinander ein und sollen ein sichtbares Zeichen für gelebte Nachbarschaft, Offenheit und Zusammenhalt sein.

Am Freitag nach Ostern wurden diese Hutzarbankerla – stellvertetend für alle im Gemeindebereich – an der Kapelle in Heumaden gesegnet und eingeweiht. In einer kurzweiligen Andacht betonte Pfarrer Udo Klösel den Hintergrund und den Sinn der alten oberpfälzer „Hutza-Tradition“. Gleichzeitig gab er eine Gebrauchsanweisung für die neu aufgestellten Hutzerbankerla, und stellte schließlich sie und alle, die darauf zum Sitzen oder ins Gespräch kommen, unter den Segen Gottes.

Neben Landrat Andreas Meier, Bürgermeister Armin Bulenda aus Moosbach und zweitem Bürgermeister Thomas Kleber aus Eslarn nahmen viele Gäste aus Nah und Fern an der Andacht teil – so manche von ihnen haben dabei selber so ein neues Hutzabankerl aufgestellt.

Musikalisch wurde die Andacht und das anschließende gemütliche Beisammensein von Luis Selch, Jakob Wittmann und Johannes Wittmann mitgestaltet.

Hutzabankerl-Gebrauchsanweisung

  1. Des  Hutzabankerl ladt ei zum Hersetzen und zum Plaudern. Ma soll Gemeinschaft spürn. Jeder soll dou willkommen sa. A Platz auf Augenhöhe.
  2. Da soll ma mitananda plaudern, da derf ma si an Früher erinnern, da derf ma Neuigkeiten austauschn.
  3. Ma derf mitananda ren und lachn, vielleicht aa manchmal mitananda woina und traurig sa, wenn ma an däi denkt, däi wou scho nimma san.
  4. Ma soll weniger über andere, als vielmehr mit andere redn, mitananda ins Gespräch kumma.
  5. Ma sollt andere nird aasrichtn, vielmehr an andern aafrichten und tröstn. Ma derf si Freude und Hoffnung schenken. Ma soll a gouds Wort fürananda ham.
  6. Ma derf aa bloß amal da sitzn, nix sogn und blouß schaua – und dabei wissen, dass si da andere genauso freid wi i, dass a nird alloi ist.
  7. Ma derf dou sitzn und schaua und si freia, dass sie Welt bei uns so schäih und so friedlich is, dass mi gitt und dass an andern aa gitt.
  8. Ma derf aa mitananda Oins trinken, und wenn ma durschtig is, aa a Zwoats.
  9. Und wenn ma aafschdeid und weita gäiht, dann derf ma si scho aafs nexte Mal gfreia.

Fotos: Claudia Rieß