Den 125. Geburtstag des in Tröbes geborenen Korea-Missionars und Märtyrers P. Gregor Steger OSB nahm man zum Anlass, um in der Filialkirche St. Johannes der Täufer einen Gedekgottesdienst zu feiern und eine neu für den Diener Gottes angebrachte Gedanktafel einzuweihen und zu segnen.
Pfarrer Udo Klösel konnte neben Kaplan Michael Steinhilber und Diakon Herbert Sturm zahlreiche Gläubige zu diesem besonderen Anlass begrüßen. Er blickte auf den Lebensweg und das Martyrium von P. Gregor Steger zurück, und dankte besonders auch Kirchepfleger Bernhard Rom und der ganzen Kirchenverwaltung von Tröbes, welche die Gedenktafel initiiert, in Auftrag gegeben und kurz vor Weihnachten im Gotteshaus angebracht hatten.
Pater Gregor Steger wurde am 30. Dezember 1900, also vor 125 Jahren, als Sohn des Lehrerehepaares Johann und Anna Steger, geb. Pappenberger, in Tröbes geboren. Noch am selben Tag wurde er in der Moosbacher Pfarrkirche durch Pfarrer Hamperl auf den Namen Karl getauft. Später kam die Familie nach Altenstadt/Vohenstrauß, wo sein Vater Lehrer wurde. Seine Erstkommunion empfing er aber noch in der Pfarrkirche in Moosbach, und die Familie wohnte auch noch in Tröbes, als er am 26. Juli 1911 durch Bischof Antonius von Henle in Vohenstrauß das Sakrament der Firmung empfing.
Sein Firmpate war Stadtpfarrer Engelbert Seidl aus Cham, der zuvor Pfarrer in Moosbach gewesen war (1902-1908). Offenbar hatte die gut katholische Familie Steger, besonders der Vater als Lehrer gute Kontakte zum ehemaligen Seelsorger bzw. zu den Geistlichen überhaupt. Entsprechend absolvierte der junge Karl dann auch seine Gymnasialstudien in Schweiklberg und Passau. Nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg trat er schließlich in die Abtei Schweiklberg ein und erhielt den Ordensnamen Gregor. Am 12. Juli 1925 legte er die ewigen Gelübde ab. In der Abteikirche zu Schweiklberg wurde er am 11. Juli 1926, dem Fest des hl. Benedikt, zum Priester geweiht. Sein erstes heiliges Messopfer feierte er am 25. Juli 1926 in der Pfarrkirche zu Vohenstrauß.
Als junger Pater wirkte Gregor Steger zunächst als Lehrer in der Klosterschule der Missionsbenediktiner von Schweiklberg. Am 21. April 1930 wurde er dann in der Erzabtei St. Ottilien in die Mission nach Tokwon (Korea) ausgesandt.
Im Jahre 1909 hatten die Missionbenediktiner die Abtei St. Benedikt in Seoul (heute Hauptstadt von Südkorea) gegründet. Im Jahre 1927 wurde sie dann in den Norden Koreas nach Tokwon verlegt. Neben der eigentlichen Klosteranlage wurden ein Priesterseminar, ein Krankenhaus, weitere Ausbildungsstätten, eine Druckerei, sowie weitere Wirtschaftsbetriebe errichtet. Am 12. Januar 1940 erfolgte durch Papst Pius XII. die Erhebung zur Territorialabtei, d.h. es wurde praktisch eine Art Bistum; Abtbischof wurde Bonifatius Sauer OSB.
Nach einjährigem Sprachstudium und Vorbereitung für die Missionsseelsorge erhielt P. Gregor seine erste Stelle als Kaplan in Yonghung. Später wurde er Pfarrer und Superior von Yonghung, wobei er die ihm anvertrauten Menschen, Kinder ebenso wie Erwachsene, durch seinen hervorragenden katechetischen Unterricht zu fesseln und für Christus zu begeistern verstand. Die Aufzeichnungen und Methoden seines Unterrichts gab P. Gregor Steger sogar als Katechismus in koreanischer Sprache heraus.
Im April 1949 begann der Leidensweg des eifrigen Missionars. P. Gregor Steger wurde zusammen mit seinen Mitbrüdern auf der Missionsstation verhaftet, nachdem er zuvor sowohl durch seine Predigt als auch durch seine Katechesen als entschiedener Gegner der kommunistischen Weltanschauung bekannt geworden war.
Man brachte ihn ins Gefängnis nach Wonsan und von dort in die nordkoreanische Hauptstadt Pyonyang, wo er große Entbehrungen (er war bis auf die Knochen abgemagert) mit Folter zu erleiden hatte und zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.
Am 9. Mai 1949 beschlagnahmte die nordkoreanische kommunistische Regierung schließlich auch die Abtei Tokwon und zerstörte sie. In der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 1950 wurde P. Gregor Steger durch einen Genickschuss als treuer Missionar für seinen Glauben an Christus ermordet. Die sterblichen Überreste P. Gregors und vieler anderer Hingerichteter fand man in einem Massengrab.
Am 29. Dezember 2009 eröffnete Bischof Jang in der Abteikirche Waegwan (Südkorea) den Seligsprechungsprozess für P. Gregor Steger und die anderen 37 Märtyrer und Märtyrerinnen von Tokwon, die entweder ermordet wurde, verhungert sind oder auf andere Weise in der Gefangenschaft zu Tode gekommen sind – unter ihnen auch Abtbischof Bonifatius Sauer. Sie alle dürfen als „Dienerinnen und Diener Gottes“ verehrt werden.











